Rezept aus Ghana

Roter Reis für alle

Für SRK-Mitarbeitende sind Reisen in die Projektgebiete wichtig und bereichernd, aber auch körperlich anstrengend. Nach einem langen Tag schmeckt ein einfaches Gericht wie der typisch ghanaische Jollof Rice besser als jedes Gourmetmenu.

Rezept
Jollof Rice

Hauptgericht für 4 Personen

4 EL Speiseöl
4 Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen gehackt
Chilischoten geschnitten (je nach gewünschter Schärfe)
6 Tomaten klein geschnitten (oder 1 Dose gehackte Tomaten)
2 Esslöffel Tomatenpüree
500g gemischtes, kleingeschnittenes Gemüse
2 Tassen Langkornreis
3 Tassen Bouillon
Pfeffer, Salz

Dazu können Pouletschenkel oder Spiegeleier serviert werden.

Zubereitung

Zwiebeln im Öl anbraten, Knoblauch und Tomaten beigeben, mit Bouillon ablöschen. Tomatenmark und optional klein geschnittenen Chili beigeben, mit Pfeffer und Salz würzen und umrühren. 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, dann den Reis beigeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze weiterkochen, bis der Reis noch Biss hat. Dann das Gemüse unterrühren. Bei Bedarf Wasser zugeben. Bei kleiner Hitze weiterköcheln, bis der Reis und das Gemüse gar sind.

Um sechs Uhr morgens holen uns die Rotkreuz-Fahrer ab. Wir fahren zwei Stunden bis nach Walewale. Die Strasse, die von Tamale in den Norden von Ghana führt, ist mit Schlaglöchern gespickt. Es schüttelt uns im Fahrzeug durch. Überladene Schwertransporte, überfüllte Kleinbusse, vollgepackte Motorräder, Velofahrende, Fussgänger und allerlei Tiere machen die Fahrt zur abenteuerlichen Reise. In Walewale ist der Standort der Augenklinik, in der Patientinnen und Patienten aus der Region behandelt und operiert werden, die an Augenkrankheiten leiden. Am Rand der Stadt lebt die zwölfjährige Chimsi mit ihrer Familie. Chimsi winkt uns fröhlich zu, als die Rotkreuz-Fahrzeuge an ihrem Wohnort eintreffen. Bis vor ein paar Monaten war das aufgeweckte Mädchen noch vollständig blind. Nach einer Augenoperation kann sie nun wieder am sozialen Leben teilnehmen und die Schule besuchen. Nach der Schule verkauft sie auf dem Dorfplatz Wassermelonen, um so ihre Familie zu unterstützen. Wir kaufen Chimsi ein paar Melonen ab. Dann begrüssen wir den Dorfältesten. Er gibt uns das Einverständnis, in seinem Dorf Familien zu besuchen, um in der Schweiz darüber zu berichten. Wir sprechen mit den Familien über ihre schwierige Lebenssituation und über ihre Bedürfnisse. Nach einem anschliessenden Besuch in der Augenklinik und einem Interview mit dem Augenarzt machen wir uns am späten Nachmittag auf die Fahrt zurück nach Tamale. Gegen 19 Uhr kommen wir völlig verschwitzt im Hotel an. Wir bestellen im Restaurant alle Jollof Rice.

Das Reisgericht riecht verführerisch. Unsere einheimischen Kollegen erklären uns aber, dass es in Ghana verpönt ist, am Essen zu riechen. Ein anderer Name für Jollof Rice ist Benachin ( = Eintopf). Jollof sei vermutlich ein Nationalgericht der Wolof, die in Gambia und Senegal siedeln. Aber auch andere afrikanische Völker bereiten dieses Gericht in ähnlichen Varianten zu, jedoch immer mit Tomaten oder Tomatenmark. Wir halten uns an die örtlichen Gepflogenheiten und riechen nicht mehr, obwohl es uns schwer fällt. Selten schmeckt uns ein so einfaches und dennoch raffiniertes Gericht so gut. Wir geniessen jeden Bissen. Die zuckersüssen Wassermelonen von Chimsi schliessen die Mahlzeit perfekt ab.