Nachhaltigkeitsziele der UNO-Agenda 2030

Für die Zukunft sorgen

Das SRK berücksichtigt bei seinen Programmen und Angeboten die Ziele der Nachhaltigkeit. Wir müssen und wollen aber noch mehr tun.

Wir sollen so leben, dass auch künftige Generationen menschenwürdig leben können. Das ist der Kern der Nachhaltigkeit. Seit bald 30 Jahren ist sie ein zentrales Kriterium für das Handeln von Staaten, Unternehmen, weiteren Organisationen, ja für alle von uns: Menschen müssen Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Entwicklung und Umwelt sollen in Einklang gebracht werden.
Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Notwendigkeit für die Zukunft unserer Welt. Sie ist glücklicherweise schon ein gutes Stück weit Realität. In den letzten Jahren konnten Armut, Hunger sowie Mütter- und Kindersterblichkeit deutlich gesenkt werden, mehr Menschen haben Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung erhalten, auch dank dem SRK. Gleichzeitig hat sich das Problem des Klimawandels markant verschärft, Ungleichheiten haben stark zugenommen.

Eine Pflicht für alle

Die bisherigen Fortschritte genügen also bei Weitem nicht. Deshalb hat die Staatenwelt vor drei Jahren die UNO-Agenda 2030 beschlossen. Ihr Kern sind die 17 Nachhaltigkeitsziele und 169 Unterziele. Diese sind für alle Staaten verbindlich. Auch Firmen und Organisationen sind gefordert. Zusammen mit seinen 190 nationalen Schwestergesellschaften trägt das Schweizerische Rote Kreuz zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bei. Diese decken sich ja zum Teil mit den Rotkreuzgrundsätzen und der Mission des SRK. Und auch gemäss unserer Bundesverfassung trägt die Schweiz bei zur Linderung von Not und Armut in der Welt und zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Armut und Hunger zu beenden und ein gesundes Leben zu gewährleisten sind die drei ersten der 17 Nachhaltigkeitsziele. Sie gehören zu den Kernaufgaben des SRK im In- und im Ausland. Das SRK ist in insgesamt 12 der Ziele aktiv: Bildung, Gleichstellung, Wasser und Sanitärversorgung, Klimawandel, Beschäftigung, Gleichheit in und zwischen Ländern, sichere Städte und Siedlungen, friedliche Gesellschaft, Partnerschaft gehören ebenfalls dazu.

Die ganze UNO-Agenda 2030 mit ihren Zielen und Unterzielen ist ein überaus anspruchsvolles Unterfangen. Gegensätzliche Interessen und Bedürfnisse prallen aufeinander. Sie müssen in ein Gleichgewicht gebracht werden. Dafür gibt es kein Patentrezept. Eines aber ist sicher: Lösungen verlangen tiefgreifende Anpassungen und kosten. Armut beispielsweise kann nicht einfach durch Wirtschaftswachstum im bisherigen Stil bekämpft werden, ohne dass die Umwelt weiter belastet wird.

Am Puls der Bevölkerung

Wir prüfen beim SRK, was wir weiter unternehmen können, um noch mehr zu den Nachhaltigkeitszielen beizutragen. Es trifft sich gut: Wir stehen vor der Erarbeitung unserer nächsten Strategie. Diese soll wie die UNO-Agenda den Horizont von 2030 anpeilen. Wir müssen jetzt unsere Prioritäten definieren und uns auf einige wesentliche Ziele konzentrieren. Unser Kerngeschäft wird nicht ändern, aber wir werden die Nachhaltigkeitsziele stärker berücksichtigen. Gesundheit, Armut, Klima und Wasser gehören sicher dazu. Das gilt auch für die reiche, sichere Schweiz – wie wichtig beispielsweise die Katastrophenvorsorge ist, haben wir ja letztes Jahr wieder erlebt.

Als Rotes Kreuz sind wir für diese Aufgabe gut positioniert. Dank unseren Kantonalverbänden und Rettungsorganisationen mit ihren vielen Freiwilligen sind wir nahe an der Bevölkerung, wir spüren ihren Puls und können sie einbeziehen. Denn es ist klar: Ohne sie kann Nachhaltigkeit nicht erlangt werden. Dabei müssen immer die Bedürfnisse der verletzlichsten Menschen im Vordergrund stehen, denn sie leiden am stärksten, wenn Nachhaltigkeit fehlt.

www.eda.admin.ch/agenda2030

APROPOS
Gut unterwegs

Das SRK orientiert sich seit Langem an den Zielen der Nachhaltigkeit. Das gilt für seine Angebote im Inland und seine Programme im Ausland wie auch für seinen Betrieb. Hier einige Beispiele:
Armut: Einzelhilfe, 2 x Weihnachten im Inland, Projekte für Gesundheit und Ernährung bei lokalen Gemeinschaften im Ausland
Hunger: Projekte für Ernährung in der Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe im Ausland
Gesundheit: Schwerpunkt der Arbeit des SRK im In- und Ausland
Bildung: Zahlreiche Angebote wie z.B. Pflegehelfer/in SRK im Inland, Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen
Gleichstellung: Querschnittsthema in verschiedenen Programmen im In- und Ausland
Wasser: Programme für Wasserversorgung, Toiletten, Hygiene im Ausland
Klimawandel: Betriebliche Massnahmen wie Minergie im Inland, Katastrophenvorsorge im Ausland
Beschäftigung: Arbeitsmarktintegration für Migrantinnen und Migranten im Inland
Gleichheit zwischen Ländern: Integration, Angebote im Flüchtlingsbereich im In- und Ausland, Bekämpfung der Armut im Ausland
Sichere Städte: Projekte in Städten im Ausland
Friedliche Gesellschaft: Angebote für Konfliktbewältigung im In- und Ausland, Förderung des humanitären Völkerrechts
Partnerschaft: Zusammenarbeit mit Staat und Wirtschaft im Inland, Stärkung der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung