Menschen auf der Flucht

Vergessene Krise in Äthiopien

Das SRK erhöht seine Hilfe für Äthiopien, da rund eine Million Menschen innerhalb des dürregeplagten Landes auf der Flucht sind. Hintergrund ist ein langjähriger Konflikt. Von der Hilfe profitieren 10‘000 Menschen, insbesondere Kleinkinder, stillende Mütter und Schwangere.

Seit 2010 engagiert sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) zusammen mit dem Äthiopischen Roten Kreuz für die Verbesserung der Lebenssituation im ostafrikanischen Äthiopien. Anhaltende Dürren und Hungerkrisen prägen das Land, interne Fluchtbewegungen verstärken die Probleme in letzter Zeit zusätzlich. Das SRK ist unter anderem im Süden tätig, wo es Wasserprojekte betreibt, über Hygiene aufklärt und Katastrophenbereitschaft verbessert. Diese Hilfe wird nun ausgebaut, um Menschen auf der Flucht beim Überleben zu helfen: «Die Situation für die Vertriebenen ist prekär. Wir unterstützen die Bedürftigsten – Kleinkinder, Mütter oder ältere Personen – mit Nahrung und sauberem Trinkwasser», erläutert Lorenz Indermühle, Leiter der Abteilung Afrika/Amerikas beim SRK.

Nach Schätzung der UNO sind nahezu eine Million Menschen innerhalb des Landes geflohen und wegen der Dürre vom Hunger bedroht. Hintergrund sind ethnische Konflikte und umstrittene Landnutzungsrechte.

Mit Hilfe des Bundes setzt das SRK nun in den Regionen Gedeo und Guji zusätzliche Mittel von CHF 170‘000 ein, um den Menschen auf der Flucht zu helfen. Konkret liefert das SRK Nahrungsergänzung für Kinder unter fünf Jahren, stillende Mütter und Schwangere. Zusätzlich werden 1000 Haushalte mit sauberem Wasser versorgt. So können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen vermieden werden.