Sechs Monate nach Irma und Maria

SRK schickt erneut Logistik-Delegierte in die Karibik

Es war einer der grösseren Nothilfe-Einsätze des SRK: Zwei Hurrikane – Irma und Maria – haben im September 2017 innerhalb weniger Tage auf verschiedenen Inseln schwerste Zerstörungen angerichtet. Sechs Monate später ist immer noch eine SRK-Delegierte auf St. Maarten im Einsatz.

Es waren erschreckende Bilder, die im Herbst 2017 aus der Karibik kamen. Anfang September verursachte Hurrikan Irma katastrophale Schäden auf mehreren Inseln, keine zwei Wochen später folgte Hurrikan Maria. Die Folgen waren verheerend. Auf Dominica zerstörte Maria etwa rund 90 Prozent der Gebäude. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) konzentrierte seine Nothilfe auf Dominica und St. Maarten. Während drei Monaten waren insgesamt 13 Delegierte aus dem Nothilfe-Pool des SRK vor Ort – acht im niederländischen St. Maarten, fünf im unabhängigen Inselstaat Dominica.

Zwei warme Mahlzeiten pro Tag

Sechs Monate nach den beiden Hurrikanen ist der Einsatz des SRK auf St. Maarten noch nicht beendet. Vor kurzem ist SRK-Delegierter und Logistiker Jean-Marc Bulliard zurückgekehrt. «Die Schäden an der Infrastruktur sind noch überall zu sehen», beschreibt er das Leben auf der Insel. «Ein grosses Problem ist aber auch die Arbeitslosigkeit.» Denn: Dadurch, dass der Tourismus auf der Karibikinsel stark eingebrochen ist, sind viele Jobs verloren gegangen. Um Familien zu helfen sei es oft das effizienteste, den Kindern zu helfen, sagt Bulliard. Eine seiner Kernaufgaben war dabei, Mahlzeiten für Schulen zu organisieren. Mittels Containerlieferung werden so sämtliche öffentlichen Schulen auf der Insel mit Nahrungsmitteln versorgt. Rund 4000 Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch täglich Frühstück und Mittagessen.

Jean-Marc Bulliard wird von der SRK-Delegierten Veronica Tor abgelöst, die dort weitermachen wird, wo er aufgehört hat. Neben den Mahlzeiten für Schulen wird auch die Reparatur der vielen beschädigten Gebäude auf St. Maarten ein wichtiges Thema für die Logistikerin sein. Das SRK übernimmt die Reparatur dabei nicht selbst, sondern hilft Hausbesitzern, ihr Heim eigenhändig wieder instand zu setzen. Das beinhaltet einerseits Beratung, andererseits aber auch einen vereinfachten Zugang zu den benötigten Materialien. Mittels Gutscheinen können Betroffene so selbst besorgen, was sie zur Reparatur brauchen.