Hungerkrise Afrika

SRK-Nothilfe für 50 000 Menschen in Somaliland

Das SRK weitet seine Hilfe für die von einer anhaltenden Dürre betroffenen Familien in Afrika aus. In der autonomen Region Somaliland im Nordwesten Somalias verbessert es den Zugang zu Trinkwasser und unterstützt besonders benachteiligte Menschen. Dafür setzt es mit Unterstützung der Glückskette und des Bundes 1,8 Millionen Franken ein.

Die anhaltende Dürre in Ostafrika hat für die Menschen in Somalia verheerende Folgen. Schätzungsweise 6,2 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 400 000 Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt, die Sterblichkeit ist hoch. Weil das Wasser nach zwei Jahren Dürre äusserst knapp ist, sind die Menschen gezwungen, auch verschmutztes Wasser zu trinken. Dies führt zu Durchfall-Krankheiten wie Cholera – vor allem für Kleinkinder sind sie lebensgefährlich. «Viele Menschen haben Angst, dass die Dürre wieder so schlimme Folgen hat, wie jene von 2011», berichtet Katherine Moore, die beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) für Somaliland zuständig ist. Bei der damaligen Dürre waren in Somalia 260 000 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte davon Kinder.

Nomaden besonders betroffen

Damit es nicht wieder so weit kommt, leistet das SRK in der autonomen Region Somaliland im Nordwesten Somalias eine umfangreiche Nothilfe. Während vorerst zehn Monaten unterstützt es den Zugang zu sauberem Wasser. 67 Regenwasserspeicher und Brunnen werden saniert. Die Menschen werden durch Freiwillige des Roten Halbmondes von Somalia angeleitet, sorgfältig mit dem knappen Wasser umzugehen. Im Rahmen von Hygienekampagnen gibt das SRK den Familien Wasserkanister, Wasser-Reinigungstabletten und Seife ab. Damit sie auf den lokalen Märkten Nahrung und andere lebenswichtige Artikel kaufen können, erhalten besonders benachteiligte Familien Bargeldbeiträge.

Viele der Begünstigten sind Nomadenfamilien, die durch die Dürre ihre Nutztiere und damit die Lebensgrundlage verloren haben. Durch das Projekt soll die Situation von über 50 000 Menschen massgeblich verbessert werden.

Kooperation mit Somalischem Roten Halbmond

Die Nothilfe des SRK ist mit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung koordiniert. Die Umsetzung erfolgt zusammen mit dem Somalischen Roten Halbmond, der über ein Netzwerk von mehr als 3000 Freiwilligen verfügt, die in den Dörfern gut verankert sind. Dies ermöglicht dem SRK einen Zugang in Gebiete im Osten Somalilands, über den andere Hilfsorganisationen nicht verfügen.

Die SRK-Nothilfe im Umfang von rund 1,8 Millionen Franken wird durch die Glückskette und den Bund mitfinanziert.

Regionales Engagement

Auch in andern Ländern im Osten Afrikas unterstützt das SRK Gemeinschaften, die unter den Folgen der schweren Dürre leiden. In Äthiopien, Südsudan und Sudan führt es im Rahmen seines langfristigen Engagements Programme zur Verbesserung der Gesundheit, der Wasserversorgung und der Katastrophenprävention durch. Die Programme wurden angesichts der seit bald zwei Jahren anhaltenden Dürre ausgeweitet und den erschwerten Bedingungen angepasst.