Bangladesch

Schutz für Frauen und Kinder in Not

Die Not der Menschen in Bangladesch, die vor der Gewalt in Myanmar geflohen sind, bleibt immens. Um sie längerfristig zu unterstützen verbessert das SRK mit Unterstützung der Glückskette die Hygiene in den Camps und baut Zentren auf, wo vor allem Frauen und Kinder Schutz, medizinische Hilfe und Beratung finden.

Im Herbst 2017 war die dramatische Flüchtlingssituation im Süden von Bangladesch in allen Medien – nun hört man kaum mehr davon. Doch die Lage ist nach wie vor prekär, die Bedürfnisse sind enorm. Eine Million geflüchteter Menschen aus Myanmar leben mittlerweile in der hügeligen Grenzregion im Süden von Bangladesch. Zwei Drittel von ihnen sind allein von August bis Dezember 2017 dort eingetroffen. «Die Situation ist kritisch und sie verändert sich täglich»; sagt SRK-Mitarbeiterin Yvonne Affolter, die zwei Monate vor Ort war, um die längerfristige Hilfe des SRK in die Wege zu leiten. «Die Not ist auch nach Monaten noch akut und täglich neu. Die Familien haben buchstäblich alles verloren. Das nackte Überleben bleibt die grösste Herausforderung.»

Nothilfe-Experten für Medizin und Logistik

Schon seit Beginn der Krise unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) deshalb die umfangreiche Nothilfe der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Es hat medizinisches Personal in das Feldspital des Roten Kreuzes geschickt – dem einzigen Spital weit und breit, das auch Operationen durchführt. Hunderte Patientinnen und Patienten werden dort jede Woche behandelt, darunter viele Not-Geburten. Zudem koordinieren mehrere Logistik-Fachleute des SRK die Verteilung von Hilfsgütern wie Blachen, Werkzeugsets, Trinkwasser oder Hygieneartikel.

Ein Ort für Schutz und Beratung

Da kein Ende der Krise absehbar ist, plant das SRK parallel zur Nothilfe auch ein längerfristiges Engagement. Zusammen mit dem Roten Halbmond von Bangladesch und andern Partnern baut es drei multifunktionale Zentren auf, sogenannte «Dignity Houses», in denen vor allem Frauen und Kinder Schutz, Beratung und medizinische Hilfe erhalten. Der Suchdienst des Roten Kreuzes wird vor Ort sein, um Familien bei der Suche nach vermissten Angehörigen zu unterstützen. Da Unterernährung ein grosses Problem ist, arbeitet das SRK bei dem Projekt auch mit der Organisation «Action contre la faim» zusammen, die Kinder systematisch untersucht und bei Bedarf Zusatznahrung abgibt. Ein wichtiger Partner ist zudem das Gesundheitsministerium, das in den Zentren medizinische Dienste anbieten will.

Ein weiteres Projekt, welches das SRK mit Unterstützung der Glückskette durchführt, zielt auf die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse durch den Bau von dringend benötigten sanitären Anlagen in den Camps ab.