Emergency Response Units

Schnelle und effiziente Hilfe im Katastrophenfall

Wenn eine Grosskatastrophe Tausenden die Existenzgrundlage raubt, reagiert die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung schnell und schickt spezialisierte Teams vor Ort. Das Schweizerische Rote Kreuz leistet seinen Beitrag jeweils mit Logistik- und Gesundheitsexperten.

Erdbeben, Überschwemmungen, Flüchtlingskrise, Epidemien, Wirbelstürme oder bewaffnete Konflikte: In der Katastrophenhilfe kommt es auf Schnelligkeit, Effizienz und Bedarfsorientiertheit an. Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat dafür ein einzigartiges System von mobilen Nothilfe-Teams entwickelt, die jeweils in kürzester Zeit vor Ort sind. Sie kommen dort zum Einsatz, wo lokale Fachkräfte durch das Ausmass einer Katastrophe überfordert oder auch selber direkt betroffen sind. Im internationalen Sprachgebrauch werden diese Teams Emergency Response Units oder ERUs genannt.

Der Aufbau dieser Spezialistenteams wie auch das genutzte Equipment sind international standardisiert. Das vereinfacht die Abläufe erheblich, gerade wenn Katastrophenhelferinnen und -helfer aus unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten.

SRK stark in Logistik und Gesundheit

Die mobilen Nothilfe-Einheiten haben sich als durchdachtes System der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bewährt. Die verschiedenen Rotkreuzgesellschaften haben sich dabei auf unterschiedliche Einheiten spezialisiert. Während das Deutsche Rote Kreuz beispielsweise innert Kürze ein Feldspital aufbauen kann, stehen beim  Schwedischen Roten Kreuz Hygiene-Experten bereit. Das Schweizerische Roten Kreuz (SRK) kann im Katastrophenfall eine Einheit von Logistik-Experten entsenden. Darüber hinaus stellt das SRK Gesundheitsfachpersonen wie Hebammen, Kinderärztinnen, Allgemeinpraktiker oder Pflegefachpersonen, welche bei Bedarf die Nothilfe-Teams anderer Gesellschaften unterstützen.

Koordiniert werden solche ERU-Einsätze von der Föderation der Rotkreuz- und Halbmondbewegung, die im Katastrophenfall sofort eine Bedarfsabklärung macht. Ein ERU-Einsatz kann bis zu vier Monaten dauern, wobei die Team-Mitglieder teilweise nach einem Monat abgelöst werden. Während der Einsatzzeit werden Mitarbeitende der lokalen Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft eingeschult und können die Aufgaben nach Abzug der internationalen Spezialisten übernehmen. Das Equipment bleibt so lange wie notwendig im Katastrophengebiet im Einsatz und dient danach zur Stärkung der Selbsthilfekapazität im Land.

Spezialisten-Pool

Die Anforderungen an die Mitglieder der Nothilfe-Teams sind hoch. Das SRK verfügt über einen Pool von Spezialisten und Spezialistinnen, die nach einer Grundausbildung jährlich weitergebildet werden, um den speziellen Anforderungen bei Nothilfeeinsätzen gewachsen zu sein. Die Mitglieder eines Nothilfe-Teams müssen innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit sein.

Ein Grossteil der Poolmitglieder sind Berufsleute, die in der Privatwirtschaft tätig sind, im Fall von Gesundheitsfachleuten auch in Spitälern oder Arztpraxen. Von ihren jeweiligen Arbeitgebern werden sie für die Dauer der Einsätze jeweils freigestellt.