Hurrikane Karibik

Der Bedarf nach Unterstützung ist enorm

Heftiger Regen erschwert die Nothilfe auf Dominica und St. Maarten. Das Rote Kreuz, darunter acht Nothilfe-Experten des SRK, unterstützen die schwer getroffenen Menschen nach Kräften. Die Rückkehr zum Alltag wird sehr viel Zeit beanspruchen.

Nach dem Schock der ersten Tage versuchen viele Menschen auf Dominica, ihr Schicksal wieder in die Hand zu nehmen. «In einem Dorf wo ich war haben die Bewohner angefangen, die Entwässerungssysteme selber zu reinigen. Doch um die Umgebung wieder einigermassen in Stand zu stellen, braucht es dringend grosse Maschinen», berichtet Regina Wenk, die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) nach Dominica geschickt wurde, um die dringendsten Bedürfnisse abzuklären und die Nothilfe zu unterstützen. «Ein Grossteil der Häuser wurde von Hurrikan Maria zerstört oder ihre Dächer wurden weggerissen. In den Tälern haben die Flüsse viel Geschiebe und Bäume mit sich gebracht. Mit Baggern wird nun versucht, die Durchflüsse bei den Brücken frei zu bekommen. Diese Arbeit ist hart, sie wird noch lange dauern.»

Schutz der Kinder vor den Fluten

Das einst malerische Dorf Saint Joseph an der Westküste Dominicas bietet ein Bild totaler Zerstörung. Kaum ein Haus ist noch ganz. Die Elektrizität ist unterbrochen und Felsbrocken blockieren die Strasse und damit die Hilfe. Am Strassenrand steht Trevor Jean Baptiste mit seinem einjährigen Sohn Kamal. Seine vierköpfige Familie zählt zu den mehr als 70‘000 Menschen, deren Leben der Hurrikan zerstört hat. «Wir hatten grosse Angst. Ich dachte, wir würden alle sterben», sagt der 45-jährige Familienvater. Während dem Sturm hatte seine Familie bei Nachbarn Zuflucht gesucht. Vom Obergeschoss aus beobachteten sie, wie die Wohnung im Erdgeschoss in kürzester Zeit überschwemmt wurde. Plötzlich stürzte die Wand ein. «Wir haben uns in einem Winkel unter der Treppe versteckt. Ich versuchte, die Kinder zu schützen, aber sie wurden komplett durchnässt», berichtet Trevor Jean Baptiste. Nun sei alles kaputt, sie müssten ihr Leben von Grund auf neu aufbauen.

Fünf Tonnen Hilfsgüter eingetroffen

«Der Bedarf nach Unterstützung ist enorm», sagt Steve McAndrew, der Einsatzleiter des internationalen Roten Kreuzes auf Dominica. Besonders dringend brauche es Trinkwasser und Brennstoff, da die Vorräte zur Neige gingen. Aber auch Planen, Decken und Material für Unterkünfte sind nötig, damit sich die Menschen vor dem Regen schützen können. «Fünf Tonnen Hilfsgüter wurden bereits eingeflogen, weitere Lieferungen sind geplant», sagt der Rotkreuz-Verantwortliche. Zusammen mit den Freiwilligen des Roten Kreuzes von Dominica werden die Hilfsgüter nun so rasch als möglich zu den Betroffenen gebracht.

SRK-Helfer vor Ort

Zur logistischen Unterstützung der Nothilfe, hat das SRK vier erfahrene Spezialisten nach Dominica geschickt. Sie kümmern sich um die Entgegennahme der internationalen Hilfsgüter und organisieren deren Weitertransport und Verteilung an die Menschen in Not. Eine weitere vierköpfige Logistik-Einheit steht zudem in St. Maarten im Einsatz, das zehn Tage vorher von Hurrikan Irma schwer getroffen wurde.