Pestausbruch in Madagaskar

Das SRK entsendet zwei Gesundheitsdelegierte nach Madagaskar

Das SRK beteiligt sich mit medizinischem Personal an der Hilfe der Internationalen Rotkreuz-Bewegung gegen die Lungenpest in Madagaskar. Zwei Gesundheitsdelegierte unterstützen ein Spital in Antananarivo beim Aufbau einer Station für Pest-Patienten.

Ein Arzt und eine Pflegefachfrau aus dem SRK-Nothilfepool sind diese Woche im Auftrag des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) nach Madagaskar ausgereist. Der Arzt wird als medizinischer Koordinator den Aufbau einer Pflegestation begleiten, die Pflegefachfrau ist als medizinische Delegierte im Einsatz. Die Station wird in einem staatlichen Spital in der Hauptstadt Antananarivo aufgebaut. Sie startet vorerst mit acht Betten und soll schrittweise vergrössert werden. Mit den zwei Delegierten beteiligt sich die Schweiz an einem Aufruf der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Föderation, die zwei Teams für Früherkennung und Aufklärung und für medizinische Versorgung nach Madagaskar entsendet.

Die ersten 24 Stunden sind entscheidend

«Wird die Pest rechtzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika gut behandelt werden», sagt der Arzt und SRK-Delegierte Reto Eberhard. «Ausrotten lässt sie sich kaum, deshalb müssen wir Länder wie Madagaskar bei der Bewältigung nachhaltig unterstützen.» Auch in Industrieländern wie den USA werden gelegentlich Ansteckungen registriert. Laut WHO wurden zwischen 2000 und 2015 über 3000-Pesterkrankungen gezählt, 584 führten zum Tod. In Madagaskar kommen Beulenpest und Lungenpest vor. Letztere ist besonders gefährlich, da sie durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Bei der jüngsten Pestepidemie in Madagaskar gehen die Mehrheit der 1800 registrierten Ansteckungen und 187 Todesfälle auf Lungenpest zurück.

Mit der Behandlung der Beulenpest kommt das lokale Gesundheitssystem gut zurecht, aber die grassierende Lungenpest bringt es an die Grenzen und kann nur mit internationaler Unterstützung bewältigt werden. Früherkennung, Isolation der Infizierten und rasche Behandlung haben nun Priorität. Seit Mitte Oktober ist die Anzahl Ansteckungen rückläufig.

Drei Nothilfe-Einsätze in drei Monaten

Madagaskar ist nach der Karibik und Bangladesch ein weiterer Einsatzort, in dem das SRK diesen Herbst Nothilfe leistet. Mit dem Einsatz der beiden SRK-Gesundheitsspezialisten erhöht sich die Zahl der Delegierten, die das SRK in Krisengebiete entsandt hat, auf 27. «Seit der Ebola-Krise in Westafrika 2014/15 hatten wir nie mehr eine so hohe Anzahl Delegierte im Einsatz», sagt die Leiterin der SRK-Nothilfe Beatrice Weber: «2017 sind wir besonders gefordert, da wir gleichzeitig Nothilfe auf mehreren Kontinenten in verschiedenen Kontexten leisten. Möglich ist dieser Grosseinsatz dank unserem Pool mit erfahrenen Experten, auf den wir rasch zugreifen können.»