Syrien

Sieben Jahre Gewalt und Leid in Syrien

Diesen März jährt sich der Beginn des Syrien-Konfliktes zum siebten Mal – und noch immer spitzt sich die Not weiter zu. 13 Millionen Menschen sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das Schweizerische Rote Kreuz weitet sein Engagement in und um Syrien weiter aus.

Der Krieg in Syrien sorgt immer wieder für erschreckende Schlagzeilen, die grosse Not seit 7 Jahren ist Realität und Alltag für Millionen von Kindern, Frauen und Männern. Dringend benötigte humanitäre Hilfe kann in weiten Teilen des Landes nur unter grossen Gefahren geleistet werden. Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARC) leistet trotzdem unermüdlichen Einsatz. Zu einem hohen Preis: Über 60 Mitarbeitende und Freiwillige haben seit dem Ausbruch des gewaltsamen Konfliktes im 2011 ihr Leben gelassen, viele wurden verletzt, So auch im Februar bei Angriffen auf Ost-Ghouta.  

Gesundheitsversorgung unter erschwerten Bedingungen

Doch auch abseits der unmittelbaren Kampfgebiete ist die Lage für die Zivilbevölkerung schwierig. Die Wirtschaft ist längst zusammengebrochen die Gesundheitsversorgung liegt am Boden. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt in Syrien in Zusammenarbeit mit dem Dänischen Roten Kreuz die Gesundheitsdienste des SARC: Basisgesundheit, Notfallmedizin, psychosoziale Betreuung, Verteilung von Hygieneartikeln.  «80 Prozent unserer Patientinnen und Patienten sind Flüchtlinge im eigenen Land», sagt Dr. Nour. Die Direktorin der SARC-Klinik Dwelaa in Damaskus hat jeden Tag ein volles Wartezimmer. Die Kinder haben Läuse, Krätze oder Durchfall. Typische Krankheiten, die auftreten, wenn Menschen auf engem Raum zusammenleben. «Ihnen fehlt alles», sagt Dr. Nour. «Sie leben mit bis zu vier weiteren Familien in einem Zimmer.» Steigende Preise für Lebensmittel bringen die Menschen zusätzlich in Bedrängnis. Sie haben keine Arbeit, Geld kommt, wenn überhaupt, von Angehörigen aus dem Ausland. Es sind die Lebensumstände von Menschen auf der Flucht im eigenen Land – laut Schätzungen von UNHCR sind in Syrien über 6 Millionen intern Vertriebene, weitere 5,6 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen. Etwa die Hälfte davon Kinder.

Ausbau der Unterstützung in Syrien

Die Klinik Dwelaa ist eine der 70 Gesundheitsdienste des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes, verteilt über das ganze Land. Einige sind mobil, andere stationär, Medikamente und Behandlungen sind kostenlos. Traumatherapien gehören an jedem Ort zum Angebot. Um die medizinische Grundversorgung im Land zu verstärken sowie den SARC zu unterstützen, wird das SRK 2018 zusätzlich eine eigene Vertretung vor Ort aufbauen. In Libanon und in Ägypten unterstützt das SRK zudem syrische Flüchtlingsfamilien.