1. Dezember: Weltaidstag

Auf Kurs, aber nicht am Ziel

Bis 2030 soll die Aids-Pandemie besiegt sein, das ist das erklärte Ziel von UNAIDS. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren, braucht es dazu weiterhin ein grosses, gemeinsames Engagement. Das Rote Kreuz leistet einen massgeblichen Beitrag.

Die Zahlen sind rückläufig, aber noch immer alarmierend: 35 Millionen Menschen leben weltweit mit dem HI-Virus – und jährlich stecken sich rund 2,1 Millionen neu an, eine Viertel Million davon Kinder. Laut dem jüngsten Bericht der UNO-Organisation zur Bekämpfung von Aids (UNAIDS) ist Afrika nach wie vor am stärksten betroffen: 70 Prozent aller Neuinfektionen ereignen sich südlich der Sahara. Alarmierend auch die Situation in Osteuropa und Zentralasien, wo die Zahl der Ansteckungen weiter gestiegen ist – 2013 um 110 000 Menschen.

Für das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist die Bekämpfung von Aids eine Priorität. Entsprechend der Strategie der Internationalen Rotkreuz-Bewegung konzentriert es sich im Rahmen seiner Gesundheitsprogramme auf die Bereiche Aufklärung, Abbau von Vorurteilen und verbesserten Zugang zu Medikamenten.

Tabu wird gebrochen

Dabei konnten im Laufe der Jahre deutliche Fortschritte erzielt werden. «Früher war Aids ein Tabu. Betroffene versteckten sich und wurden ausgegrenzt», erinnert sich Edoh Adjakly, der 12 Jahre lang das Gesundheitsprogramm des SRK in Togo leitete. «Heute haben sich Betroffene mit Hilfe des Roten Kreuzes organisiert und gehen in die Dörfer, wo sie offen über ihr Schicksal berichten. Dies ermutigt auch Andere, sich testen und nötigenfalls behandeln zu lassen. So helfen sie auch mit, die weitere Verbreitung der Krankheit einzudämmen.»

Obwohl Aids-Medikamente in den letzten Jahren deutlich günstiger wurden, sind weltweit erst 37 Prozent der Erkrankten in Therapie. Das SRK setzt sich deshalb dafür ein, dass auch benachteiligte Menschen in abgelegenen Regionen Zugang zu Medikamenten haben. So unterstützt es beispielsweise in Nepal den Transport aids-kranker Menschen ins Spital, wo sie untersucht werden und die nötigen Medikamente erhalten. In Bangladesch und Swasiland hat das SRK bei der Einführung von Aids-Therapien eine Schlüsselrolle gespielt.