Welttoilettentag

Gesundheit und mehr Zeit

Sauberes Wasser und Zugang zu Toiletten sind menschliche Grundrechte, die in der westlichen Welt selbstverständlich sind. Dass dies lange nicht überall gilt, thematisiert die UNO am Welttoilettentag jährlich am 19. November. Welchen Unterschied eine geschützte und gut erreichbare Toilette macht, zeigt das Beispiel aus dem SRK-Programm in Nepal.

663 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, 2,5 Milliarden verfügen nicht über sanitäre Anlagen. Eine eigene Toilette ist ein individuelles Grundbedürfnis, aber auch Voraussetzung für die gesellschaftliche Entwicklung und die Reduktion von Armut und Erkrankungen. Deshalb soll gemäss UNO bis 2030 jeder Haushalt eine sichere Toilette haben.

Schutz vor Ansteckung

Mit Wasser und Wissen Gesundheit fördern: Unter diesem Motto steht das Engagement des SRK in Nepals Mid-West-Region. In dieser Hügelregion ist Trinkwasser knapp und sanitäre Anlagen fehlten bis vor einigen Jahren. Dank dem SRK konnten über 4000 private Haushalte und rund 25 Schulen und Gesundheitszentren mit Toilettenanlagen ausgerüstet werden.

Mit geschützten Toiletten und sicherer Entsorgung von Fäkalien können Infektionskrankheiten und Durchfall mit oft tödlichem Ausgang nachhaltig reduziert werden. Positiver Nebeneffekt: Da der lange Gang zur Verrichtung der Notdurft auf dem Feld und zum Wasserholen entfällt, spart eine Familie durchschnittlich zwei Stunden Zeit pro Tag.

Weniger Absenzen, mehr Schulbildung

Beeindruckend sind auch die Veränderungen im Bildungswesen: Seit seine Schule eigene Toiletten hat, sei die Schülerzahl gestiegen, sagt ein nepalesischer Schuldirektor, und die Absenzen gingen zurück: «Lehrpersonen und Schüler müssen nicht mehr aufs freie Feld, sondern benutzen unsere Toiletten. Dank separaten Toiletten und Hygieneartikeln für Mädchen bleiben diese während der Menstruation nicht mehr wie früher dem Unterricht fern.»

Der Welttoilettentag 2017 widmet sich speziell dem Thema Abwasser, das sicher entsorgt, reduziert oder wiederverwertet werden soll. Das SRK-Projekt in Nepal macht es vor: So wurde die Bevölkerung geschult, wie organische Abfälle kompostiert und Abwasser zur Bewässerung von Gärten eingesetzt werden kann. Parallel zum Toilettenbau wird Hygiene unterrichtet. «Vom Roten Kreuz haben wir gelernt, wie wichtig Händewaschen ist, wie wir Wasser desinfizieren oder selber Binden herstellen können», berichtet die 14-jährige Schülerin Khusnuma Kureisi: «Ich bin dem Roten Kreuz sehr dankbar und konnte mein neues Wissen an Schwestern und Freundinnen weitergeben!»