Infektionskrankheiten

Epidemien eindämmen, Ansteckungen verhindern

Infektionskrankheiten sind auf dem Vormarsch: Cholera, Dengue, Durchfall, Malaria, Zika, Ebola oder Meningitis fordern Jahr für Jahr Millionen Menschenleben. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren, bei denen Durchfall und Lungenerkrankungen häufig tödlich verlaufen. Das SRK engagiert sich mit Prävention und Aufklärung.

Für Infektionskrankheiten gilt grundsätzlich: Sie sind vermeidbar und behandelbar. Voraussetzung ist, dass Menschen über Ansteckungswege und Behandlungsmethoden Bescheid wissen. Hier setzt die weltweite Arbeit des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) an: Mit Moskitonetzen gegen Mücken, mit sicheren Toiletten gegen Keime, mit Freiwilligen für die Früherkennung von Krankheiten und Aufklärung über den Schutz vor Ansteckung.

Moskitonetze retten Leben

Vermeidbare Krankheiten sind bei Kindern unter fünf Jahren die Haupttodesursache, fast die Hälfte der erkrankten Kinder sind Neugeborene. Besonders gefährdet sind Kinder in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Gegen Krankheiten wie Malaria, die durch Mücken übertragen werden, sind Moskitonetze ein lebensrettendes Hilfsmittel. Entscheidend ist, dass gleichzeitig die Umgebung gereinigt wird, um Brutstätten von Moskitos wie stehendes Wasser zu eliminieren.

Krankheiten erkennen

Bewährt hat sich die Ausbildung von Freiwilligen, die hochansteckende Krankheiten erkennen und melden können. Werden Infizierte rechtzeitig behandelt, können Epidemien im besten Fall im Keim erstickt werden.

Ein SRK-Projekt in Togo schult Freiwillige in der Erkennung der drei häufigen Krankheiten Malaria, Lungenentzündung und Durchfall. Mehrere Tausend Kinder wurden getestet und von den Freiwilligen behandelt. Inzwischen schlafen 96 Prozent aller Kleinkinder und 98 Prozent der Schwangeren in der Region unter einem Moskitonetz, das mit Insektiziden behandelt ist.

Jedes 12. Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. An Kinderkrankheiten, Durchfall, Lungenentzündung. Krankheiten, die mit einfachen Mitteln zu verhindern oder zu therapieren wären. Und an Malaria. In den Programmen des Roten Kreuzes geht es vor allem um Präventionsmassnahmen, die Verbesserung der Hygiene und die Reduzierung der Kinderkrankheiten. In Dörfern, die weit entfernt von den nächsten Gesundheitszentren liegen.

Auch in Guinea, das von Ebola 2014 stark getroffen wurde, wird Prävention grossgeschrieben. Ein Meldesystem und vom SRK ausgebildete Freiwillige stellen sicher, dass Erkrankungen in entlegenen Regionen erkannt, gemeldet und behandelt werden. Wie in vielen Projekten ist das Gesundheitsministerium lokaler Partner des SRK.

Schnell handeln

Das Rote Kreuz hält sich an die Devise: Die Behandlung ist Aufgabe des lokalen Gesundheitssystems, das Rote Kreuz vermittelt Wissen, unterstützt die lokalen Akteure und ermöglicht den Zugang zu medizinischer Versorgung. Anders ist es bei Katastrophen wie Erdbeben oder Wirbelstürmen, die ein Gesundheitssystem an die Grenzen bringen. Zur Überbrückung hilft das SRK dann auch bei der Behandlung von Erkrankten und trifft gleichzeitig Vorkehrungen gegen Epidemien. So braucht es im Katastrophenfall rasch wieder eine funktionierende Wasserversorgung und sichere Toiletten, damit keine Keime übertragen werden.

Epidemien eindämmen

Wenn Cholera, Pest oder Ebola epidemisch auftreten, entsendet das SRK Gesundheitsdelegierte, die in den betroffenen Regionen in Absprache mit den lokalen Behörden Massnahmen gegen die weitere Ausbreitung treffen. Auch hier stehen die Aufklärung und Anwendung von Hygieneregeln im Zentrum.

Auch nicht tödliche Infektionen führen in eine Abwärtsspirale und verstärken die Armut: Erkrankte Menschen können keiner Arbeit mehr nachgehen, verlieren Ernte und Einkommen. Diese Spirale durchbricht das SRK mit seinen Gesundheitsprojekten in vielen Ländern. Gesund zu sein ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung.