Westafrika

Ebola: keine Entwarnung in Sicht

Zur Zeit sind fast 8000 Todesopfer zu beklagen und mehr als 20 000 Menschen sind mit dem Virus infiziert. Und die Zahl der Ebola-Erkrankungen nimmt weiter zu. Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt den Kampf gegen die Epidemie mit Personal und Hilfsgütern.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die bisher schlimmste und noch ist keine Entwarnung in Sicht. Sie wirkt sich immer gravierender auf die gesamte Gesundheitsversorgung, auf die wirtschaftliche Situation sowie die Nahrungsmittelversorgung der betroffenen Länder aus.

Vernetztes Engagement

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) verstärkt seine Unterstützung für die internationale Rotkreuz-Hilfe bei der Eindämmung der Krankheit. Bisher hat es zwölf Logistik- und Gesundheitsfachleute nach Guinea, Liberia und Sierra Leone entsandt. In den nächsten Wochen folgen zwölf weitere. Die Gesundheitsfachpersonen kommen vor allem im Ebola-Behandlungszentrum in Kenema, Sierra Leone zum Einsatz. An einem zweitägigen Kurs der Rotkreuz-Föderation in Genf werden sie sorgfältig auf ihre Arbeit in der Hochrisiko-Zone vorbereitet.

Vom SRK-Lager in Accra/Ghana wurden Hilfsgüter im Wert von rund 140 000 Franken nach Sierra Leone gesandt, darunter über 1000 Plastikplanen und 20 Zelte. Diese können von Rotkreuz-Freiwilligen zur Prävention und als dezentrale Behandlungszentren auf dem Land genutzt werden. Dort können Ebola-Erkrankte rasch diagnostiziert und anschliessend ins Spital überwiesen werden. Sechs grosse Zelte von je knapp 34 m² können als zusätzliche Räume zur Erweiterung des Spitals in Kenema aufgebaut werden.

Aus dem SRK-Lager kommen ebenfalls 400 Haushalts-Kits. Sie werden an Betroffene abgegeben, die ihr Zuhause verlassen mussten oder aufgrund des Virus alles verloren haben und neu anfangen müssen.

Prävention in den Nachbarländern

Mit Unterstützung des Bundes wird das Engagement in Sierra Leone weiter ausgebaut. Aber auch in Partnerländern des SRK wie Ghana, Togo und Mali führt das SRK mit den nationalen Rotkreuz-Gesellschaften bereits Präventionskampagnen durch, um die Bevölkerung auf Ebola zu sensibilisieren und zu zeigen, wie sie sich schützen können und wie man bei allfälligen Anzeichen korrekt handelt. Es schult aber auch Personal und Rotkreuz-Freiwillige im Umgang mit Ebola, damit bei einem allfälligen Ausbruch der Epidemie rasch reagiert werden kann.

Für die Betreuung der immer grösser werdenden Anzahl von Ebola-Patienten, die Aufklärung in den Dörfern und den korrekten, sicheren Umgang mit den Verstorbenen, braucht es eine koordinierte und umfassende Zusammenarbeit sowie dringend zusätzliche Mittel. Nur so ist die Eindämmung von Ebola möglich. Das SRK ist deshalb auf Spenden angewiesen. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag.