Bei leicht regnerischem Wetter fanden am 26./27. August die 59. Schweizermeisterschaften der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG in Neuchâtel (NE) statt.
Rund 700 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer aus 134 Teams massen sich in den acht Disziplinen, die alle einer realen Rettungssituation entsprechen.
Die Resultate:
Herren:
- 1: Rang: Sektion Innerschwyz, 6652 Punkte
- 2: Rang: Sektion Baden-Brugg, 6324 Punkte
- 3. Rang: Sektion Bern, 6295 Punkte
Damen:
- 1: Rang: Sektion Innerschwyz, 6642 Punkte
- 2: Rang: Sektion Reiden, 6466 Punkte
- 3. Rang: Sektion Baden-Brugg, 6371 Punkte
Die Wettkämpfe der SLRG haben ihren Ursprung im Jahre 1947 im sogenannten Badener-Treffen. Die durch Dr. med. Rudolf Bucher – dem Gründer der Schweizerischen Rettungsflugwacht REGA – festgelegten Grundlagen haben noch heute Gültigkeit, wobei Material und Ablauf heutigen Erkenntnissen und internationalen Wettkampfnormen angepasst worden sind. Die Disziplinen entsprechen realen Rettungssituationen. Zentrales Element bildet die Rettungsleinen-Staffel, die die Rettung eines Ertrinkenden über eine längere Strecke simuliert. Weitere Disziplinen beinhalten den Einsatz von Hilfsmitteln wie der Rettungsfreitauch-Ausrüstung (Schnorchel, Flossen, Brille) und dem Rettungsbrett.
Einen immer wichtigeren Teil in der Arbeit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG nimmt die Nothilfe ein. Die SLRG bietet Nothilfe- und Herzmassagekurse an. Diesem Teil der Ausbildung wird im Wettkampfteil «Nothilfe», also Beurteilung mittels ABC-Schema und korrekte Beatmung während vier Minuten, Rechnung getragen.

Monika Dusong erste oberste Samariterin
Die neue Zentralpräsidentin des Schweizerischen Samariterbundes (SSB) heisst Monika Dusong. Die Abgeordneten wählten die ehemalige Neuenburger Staatsrätin am Samstag in Davos zur Nachfolgerin von Hermann Fehr, Biel.
Monika Dusong verfügt über wertvolle Kontakte im Tätigkeitsgebiet der 1200 Samaritervereine.
Monika Dusong war die erste Frau in der Neuenburger Regierung. Nun ist sie auch die erste Frau an der Spitze des Schweizerischen Samariterbundes. Auch in der Samariterbewegung war die Zeit längst reif geworden für diesen Durchbruch; denn die Samariterinnen sind unter den 37'000 Aktivmitgliedern seit Jahrzehnten in der grossen Überzahl.
Die Neuenburgerin folgt im Amt auf den Bieler Hermann Fehr, der nach neun Jahren altershalber aus dem Zentralvorstand des SSB zurückgetreten ist.
Bevölkerung schätzt Arbeit der Samariter
Mit über zwei Millionen Franken unterstützte die Schweizer Bevölkerung letzten Spätsommer die Samariterinnen und Samariter. Dieses Resultat ist ein Erfolg, denn die Sammlung fiel mitten in die Zeit der grossen Hochwasser.
56’000 Personen absolvierten im vergangenen Jahr einen Nothilfekurs bei einem Samariterverein. Den Samariterkurs besuchten 2800 Schweizerinnen und Schweizer.
Foto: Sandra D. Sutter
Der Schweizerische Samariterbund hat soeben die Resultate der Samaritersammlung 2005 im Jahresbericht publiziert. Die Dachorganisation der Samaritervereine ist mit dem Sammlungsergebnis von 2,2 Millionen Franken sehr zufrieden und dankt der Schweizer Bevölkerung für die grosszügige Unterstützung.
Der befürchtete Einnahmenausfall traf nicht ein. Die traditionelle Samaritersammlung begann nämlich im August 2005, wenige Tage nachdem Wasser und Schutt in zahlreichen Schweizer Gemeinden grosse Verwüstungen angerichtet hatten. In den betroffenen Regionen konnten sich einige Samaritervereine nicht an der Sammlung beteiligen. Dafür wirkten manche Vereine in ihren Gemeinden bei der Bewältigung der Katastrophe und der Folgeschäden mit.
Schwerpunkt Bevölkerungskurse
Im vergangenen Jahr hat der Samariterbund die Erneuerung seiner Bevölkerungskurse vorangetrieben. Zurzeit werden die rund 3000 Kursleiter der Samaritervereine auf den neuen Samariterkurs vorbereitet. Dieser dient einerseits der Ausbildung der Samariterinnen und Samariter, andererseits ist er auch ein interessantes Kursangebot für Laien, die über die lebensrettenden Sofortmassnahmen hinaus Kenntnisse in erster Hilfe bei Unfällen und plötzlich auftretenden Krankheiten lernen möchten.
56’000 Personen absolvierten im vergangenen Jahr einen Nothilfekurs bei einem Samariterverein. Den Samariterkurs besuchten 2800 Schweizerinnen und Schweizer. Für eine vertiefte Ausbildung in der Technik der Herz-Lungen-Wiederbelebung interessierten sich 10'600 Personen. Bei Postendiensten leisteten Samariterinnen und Samariter im letzten Jahr 250'000 Einsatzstunden.

Tragische Bilanz: 49 Personen sind bisher ertrunken
Gemäss der Statistik der SLRG haben in Schweizer Gewässern dieses Jahr bereits 49 Menschen den Ertrinkungstod erlitten. Das sind insgesamt fünf Personen mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
Wasser kann gefährlich sein!
Es handelt sich um 31 Männer, 14 Frauen und vier Jugendliche oder Kinder unter 18 Jahren.
22 Personen ertranken in Seen, 19 in Flüssen, fünf in einem Schwimmbad, zwei beim Tauchen, eine in einem Biotop. Die höchste Ertrinkungszahl gab es dieses Jahr bis jetzt im Kanton Zürich (8) gefolgt von Bern (6), Thurgau und Tessin (je 4), Waadt, Neuenburg, Freiburg, Luzern und Aargau (je 3), Wallis, St. Gallen und Basel Stadt (je 2) sowie Uri, Schwyz, Solothurn, Jura, Graubünden und Genf (je 1).
Die SLRG warnt vor den Gefahren der freien Gewässer. Sie erinnert daran, dass Wasser gefährlich sein kann und dass die «sechs goldenen Schwimmregeln» und die «sechs goldenen Flussregeln» von Badenden und Sporttreibenden beachtet werden sollten.
International Life Saving Federation of Europe: Generalversammlung in Nottwil
Die International Life Saving Federation of Europe (ILSE) trifft sich vom 11. bis 13. Oktober 2003 in Nottwil, am Sitz der SLRG-Geschäftsstelle im Seminarhotel Sempachersee zu ihrer ordentlichen Generalversammlung sowie zu mehreren Vorstandssitzungen.
Das Ziel von ILSE ist es, Ertrinkungsfälle in Meeren, Flüssen, Seen, Schwimmbädern zu reduzieren.
Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG ist Mitglied der ILSE. Die ILSE wiederum gehört der weltweiten Organisation International Life Saving Federation (ILS) an. Daniel Frei, Geschäftsführer SLRG, ist einer der 17 „Board Members“ der ILSE. Roger Fayet ist Mitglied der Ausbildungskommission der ILSE.
Hauptaufgabe der ILS und damit auch der ILSE ist die Erhöhung der Sicherheit und die Erhaltung des menschlichen Lebens im Umfeld des Wassers. Ihr Ziel ist es, Ertrinkungsfälle in Meeren, Flüssen, Seen, Schwimmbädern, etc. zu reduzieren.
Die Organisationen tun dies durch internationalen Austausch von Forschung, Schulung und Organisation der Lebensrettung im Umfeld des Wassers. Dazu gehört unter anderem auch die Bekanntmachung des Rettungsschwimmsports und die Organisation von internationalen Rettungsschwimmwettkämpfen und -Kongressen. Ebenso unterstützen sie Massnahmen gegen die Verschmutzung von Wasser, Stränden, etc.
Vom 11. bis 13. Oktober 2003, durchlaufen die 17 Board-Mitglieder in Nottwil einen Sitzungsmarathon von über 12 Stunden, über zwei Tage verteilt. Dazu gehören 6,5 Stunden Generalversammlung, an der ca. 60 Personen teilnehmen werden. Die Sitzungen werden umrahmt mit dem Vortrag von Alt-Korpskommandant und IKRK-Mitglied Jean Abt und mit einer Fach- und Industrie-Ausstellung.
Gleichzeitig wie die Versammlungen läuft ein ebenfalls dreitägiges Rahmenprogramm für die Begleiterinnen und Begleiter der ILSE-Mitglieder. Am Freitag fahren die „Touristen“ von Nottwil nach Luzern und Hergiswil, wo sie Stadt und Glaserei besichtigen. Am Samstagabend findet im Seminarhotel Sempachersee ein Galaabend statt, an dem die ILSE-Mitglieder und ihre Begleiterinnen und Begleiter gemeinsam ein Nachtessen und Unterhaltung geniessen. Und am Sonntag werden sie per Schiff, Zug und Zahnradbahn auf den Pilatus reisen, wo ihnen bei eindrücklicher Sicht auf die Schweizer Bergwelt und den Vierwaldstättersee ein Schweizer Mittagessen serviert wird.
Prisca Wolfensberger

SLRG: J+S-Trainingshandbuch
Ein Sportunterricht sollte nicht nur ein Sportunterricht sein, sondern Qualität: geplant, vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet durch engagierte Leiterinnen und Leiter.
Deshalb haben das Bundesamt für Sport Magglingen BASPO und die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG zusammen ein Trainingshandbuch kreiert.
Das Trainingshandbuch beinhaltet:
• Trainingsorganistation/Zielsetzung
• Ausbildungsprogramm der SLRG
• Jahresplanung
• Saisonplanung
• Planung eines Trainings / einer Lektion
• Anwesenheitskontrolle
Die Planungsunterlage in deutscher, französischer und italienischer Sprache steht als Papierdokument zur Verfügung oder kann als Datei vom Internet heruntergeladen werden.
Postanschrift:
BASPO, Hauptstrasse 243-245
2532 Magglingen
Tel: 032 327
61 11, Fax: 032 327 64 04
Lebensretter: Gemeinsam für mehr Sicherheit
Ein hohes Niveau der Wasserrettung ist Ziel der Lebenseretter – auch der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Die SLRG ist eine kleine Rettungsschwimmorganisation – verglichen mit den Grossen von Deutschland, Grossbritannien oder sogar Australien. Trotzdem hat sie international einiges zu bieten. Im Oktober war sie Gastgeberin von Vorstand und Generalversammlung der ILSE (International Life Saving Federation of Europe) im Seminarhotel Nottwil.
Die ILSE strebt an, durch gegenseitigen Austausch und Förderung und durch die Entwicklung gemeinsamer Standards die Sicherheit im und am Wasser zu verbessern. In der ehemaligen Sowjetunion zum Beispiel zählt man noch 25 mal mehr Ertrinkungsfälle (im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl) als in Grossbritannien. Die Verbesserung der Wasserrettung funktioniert zu Beginn über ein 5-jähriges „Entwicklungshilfe-Programm“. Kroatien durchlief dieses seit 1998. Dabei wurden mehr als 100 kroatische Lebensretter durch Instruktoren aus Deutschland in Rettungstechniken und in Erster Hilfe ausgebildet. Jetzt, nach Abschluss des Programms, wird die Weiterbildung in Kroatien selbstständig laufen. Die 100 Ausgebildeten sind nun zum Teil Instruktoren und bilden ihrerseits Lebensretter aus.
Ein aktuelles ILSE-Projekt ist die standardisierte Beflaggung von Stränden. Ziel ist es, zuerst europaweit und später auch weltweit die gleichen Zeichen zu verwenden für „Lifeguarded Beaches“, also Strände, die zum Baden geeignet und durch Rettungsschwimmer bewacht sind.
Zur Verbesserung der Wassersicherheit in Europa tragen die europäischen Wettkämpfe bei. Die ILSE hat sich zum Ziel gesetzt, dass 75% aller Mitgliedsländer an diesen Wettkämpfen teilnehmen. Die Schweizer Nationalmannschaft erreichte 2003 Topresultate. In Tylösand/Halmstad/Schweden erreichte sie eine Reihe von Schweizer Bestleistungen, und an den „Master Championships“ in Viareggio/Italien holte das Team nicht weniger als 41 Medaillen sowie den Gesamtsieg. In der Kategorie „Junioren“ erreichten die Schweizer Bronze in der Disziplin „Beach Relay“.
Die Treffen der obersten ILSE-Organe waren durch die SLRG unter der Leitung von SLRG-Präsident Pierre Leiggener organisiert, einschliesslich der gesamten Logistik, Fondue-Essen und Ausflug auf den Pilatus. Daniel Frei, SLRG-Zentralsekretär, vertritt seit zwei Jahren die Schweiz im Vorstand der ILSE, und Roger Fayet vertritt die SLRG in der Ausbildungskommission.
Prisca Wolfensberger
