Ein hohes Niveau der Wasserrettung ist Ziel der Lebenseretter – auch der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Die SLRG ist eine kleine Rettungsschwimmorganisation – verglichen mit den Grossen von Deutschland, Grossbritannien oder sogar Australien. Trotzdem hat sie international einiges zu bieten. Im Oktober war sie Gastgeberin von Vorstand und Generalversammlung der ILSE (International Life Saving Federation of Europe) im Seminarhotel Nottwil.
Die ILSE strebt an, durch gegenseitigen Austausch und Förderung und durch die Entwicklung gemeinsamer Standards die Sicherheit im und am Wasser zu verbessern. In der ehemaligen Sowjetunion zum Beispiel zählt man noch 25 mal mehr Ertrinkungsfälle (im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl) als in Grossbritannien. Die Verbesserung der Wasserrettung funktioniert zu Beginn über ein 5-jähriges „Entwicklungshilfe-Programm“. Kroatien durchlief dieses seit 1998. Dabei wurden mehr als 100 kroatische Lebensretter durch Instruktoren aus Deutschland in Rettungstechniken und in Erster Hilfe ausgebildet. Jetzt, nach Abschluss des Programms, wird die Weiterbildung in Kroatien selbstständig laufen. Die 100 Ausgebildeten sind nun zum Teil Instruktoren und bilden ihrerseits Lebensretter aus.
Ein aktuelles ILSE-Projekt ist die standardisierte Beflaggung von Stränden. Ziel ist es, zuerst europaweit und später auch weltweit die gleichen Zeichen zu verwenden für „Lifeguarded Beaches“, also Strände, die zum Baden geeignet und durch Rettungsschwimmer bewacht sind.
Zur Verbesserung der Wassersicherheit in Europa tragen die europäischen Wettkämpfe bei. Die ILSE hat sich zum Ziel gesetzt, dass 75% aller Mitgliedsländer an diesen Wettkämpfen teilnehmen. Die Schweizer Nationalmannschaft erreichte 2003 Topresultate. In Tylösand/Halmstad/Schweden erreichte sie eine Reihe von Schweizer Bestleistungen, und an den „Master Championships“ in Viareggio/Italien holte das Team nicht weniger als 41 Medaillen sowie den Gesamtsieg. In der Kategorie „Junioren“ erreichten die Schweizer Bronze in der Disziplin „Beach Relay“.
Die Treffen der obersten ILSE-Organe waren durch die SLRG unter der Leitung von SLRG-Präsident Pierre Leiggener organisiert, einschliesslich der gesamten Logistik, Fondue-Essen und Ausflug auf den Pilatus. Daniel Frei, SLRG-Zentralsekretär, vertritt seit zwei Jahren die Schweiz im Vorstand der ILSE, und Roger Fayet vertritt die SLRG in der Ausbildungskommission.
Prisca Wolfensberger
