Anlässlich des Internationalen Tags der Verschwundenen am 30. August machte das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) auf die Tragödie der Vermissten und ihrer Angehörigen aufmerksam. Die Anzahl der Anfragen, die beim Suchdienst SRK in Bern eintreffen, ist in letzter Zeit massiv gestiegen – auf rund 1000 Anfragen jährlich.
The Missing: leerer Rahmen
Der Internationale Tag der Verschwundenen geht auf die Initiative von latein-amerikanischen Familienangehörigen Festgehaltener oder Verschwundener im Jahre 1981 zurück. Der Gedenktag erinnert an das Schicksal von Personen, über deren Verbleib nichts bekannt ist. Weltweit werden jährlich Tausende Menschen Opfer von Praktiken, die das Ziel haben, Menschen verschwinden zu lassen.
Wer Wohnsitz in der Schweiz hat, kann an den Suchdienst des SRK gelangen. Im Jahr 2010 trafen 516 Anfragen in Bern ein. 2011 waren es bereits 955 neue Anfragen, die 1379 vermisste Personen betrafen. Den Grund für diese Zunahme sieht Nicole Windlin, Leiterin des Suchdiensts SRK, „im Krieg in Libyen, wo viele Personen verschwanden oder ihren Angehörigen keine Nachrichten mehr übermitteln konnten“.
Die grösste Gruppe der Antragstellenden in der Schweiz kommt laut Windlin derzeit aus Eritrea: „Aufgrund der schwierigen Verhältnisse im Land flüchten viele Eritreer über die verschiedenen Grenzen in die Flüchtlingslager und sind ohne Möglichkeit, ihre Nächsten zu kontaktieren.“ Aber auch verschiedene Somali-Familien seien getrennt worden, da sie sich wegen Hungersnot oder Bedrohung durch Terrorgruppen in die Ferne retten mussten.
