Unbeachtet von der Öffentlichkeit leiden Menschen an den langfristigen Folgen von Kriegen und an Krankheiten der Armut. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hilft diesen Opfern vergessener Katastrophen.



Wenn die so genannte heisse Phase eines Krieges oder einer Naturkatastrophe vorüber ist, treten die Reporter den Rückzug aus dem Krisengebiet an – und mit ihnen oft auch die internationalen Helferinnen und Helfer. Zurück bleibt die Bevölkerung, zurück bleiben die Narben der Gewalt und Zerstörung. Und zurück bleibt das Rote Kreuz. Mit seinem weltweiten Netz von Freiwilligen erreicht es auch die vergessenen Winkel des Planeten.
Kriege werfen lange Schatten
Auch Jahre oder gar Jahrzehnte nach Ende eines Krieges leidet die Bevölkerung an dessen Spätfolgen. Spitäler und Schulen wurden zerstört, Kinder sind als Waisen zurückgeblieben. Das SRK engagiert sich in ehemaligen Kriegsländern für den Aufbau von Gesundheitsdiensten und Schulen, für sauberes Trinkwasser und eine bessere Ernährung. Dabei fördert das SRK die Initiative und Selbstverantwortung der Bevölkerung.
Der stille Tod als Folge von Armut
Jedes Jahr sterben in den ärmsten Ländern 1.4 Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Keuchhusten, Tetanus oder Tuberkulose. Wegen Mangel an sauberem Trinkwasser, Mangelernährung und ungenügenden sanitären Einrichtungen sind besonders Kinder und Frauen körperlich geschwächt und anfällig für schwere Krankheiten. In Ländern Afrikas bedroht Aids eine ganze Generation und verursacht unendlich viel Leid. Menschen erblinden, weil sie arm sind und keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. In Regionen Osteuropas leiden die Menschen unter der schlechten Gesundheitsversorgung. Schwangere, Babys und Kleinkinder sind besonders betroffen.
Rotkreuzhilfe für die Ärmsten
Die Pflege von Kranken und die Bekämpfung von ansteckenden Krankheiten gehören zu den zentralen Aufgaben des Roten Kreuzes. Das SRK stärkt die Gesundheitsversorgung in abgelegenen Gebieten und bildet medizinisches Personal und Freiwillige aus. Diese behandeln zum Beispiel im Amazonasgebiet Ecuadors Tuberkulose-Kranke. In Tibet unterstützt das SRK die Bevölkerung, den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern und in Swasiland im südlichen Afrika erhalten Aidskranke Beratung und Medikamente. Ausserdem setzt sich das SRK in Asien und Afrika dafür ein, die Armutsblindheit zu verhüten und Augenkrankheiten zu behandeln.
